Warum ich nochmal von vorne anfange – mit der anderen Hand
Es gibt Momente, in denen man eine Entscheidung trifft, ohne sie wirklich zu treffen. Man macht einfach weiter – in eine neue Richtung, weil die alte nicht mehr geht.
Dreißig Jahre Tischtennis als Linkshänder. Dann zwei Schlaganfälle. Dann ein künstliches Handgelenk links. Und dann die Frage: Was jetzt?
Ich habe mir einen Schläger geholt und angefangen, mit rechts zu spielen.
Das klingt einfacher als es ist. Der Körper vergisst nichts. Dreißig Jahre Muskelgedächtnis sitzen in der linken Seite – in den Reflexen, in der Schulter, in dem Moment wo der Ball kommt und der Arm schon weiß was er tun soll. Nur dass dieser Arm jetzt nicht mehr der richtige ist.
Herbst 2025 bin ich der DJK Concordia Fürth beigetreten. Mitglied, aber noch kein Vereinstraining. Stattdessen: Hallenzugang rund um die Uhr, der Robo Pong, und die Freiheit meinen eigenen Rhythmus zu finden. Wenn ich mich sicher genug fühle, werde ich am Vereinstraining teilnehmen. Bis dahin baue ich still auf.
Die erste Einheit war ehrlich gesagt ein Desaster. Nicht weil ich nicht treffen konnte – sondern weil ich immer wieder erwischte wie ich zurück auf links wechselte, ohne es zu merken. Dreißig Jahre melden sich. Laut.
Aber dann passiert etwas Interessantes. Irgendwann – nicht beim ersten Training, nicht beim zweiten – fängt der rechte Arm an, Entscheidungen zu treffen. Kleine Korrekturen. Automatisch. Das Hirn fängt an umzuschreiben.
Das dauert. Aber es passiert.
Ich bin jetzt mehrere Monate dabei. Ich trainiere dreimal pro Woche mit dem Roboter, einmal mit meinem Trainingspartner Michael, regelmäßig im Stadtpark. Das Niveau? Noch weit von dem entfernt was ich links konnte. Aber das ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist: ich spiele wieder.
Auf dieser Seite werde ich aufschreiben was ich lerne – über Technik, über Equipment, über Niederlagen und Durchbrüche. Ohne Filter. Wer eine Erfolgsgeschichte ohne Rückschläge sucht, ist hier falsch.
铁心追梦人.