Warum das Nittaku Acoustic Carbon Outer – und warum nicht das Nationalteam-Holz

Ich habe einmal ein Holz bekommen, das eigentlich für Nationalspieler gemacht ist. Ein Geschenk. Teuer, renommiert, das Beste was man bekommen kann.

Es war das Schlechteste was mir hätte passieren können.

Nicht weil das Holz schlecht war. Sondern weil ich noch nicht gut genug war um es zu kontrollieren. Das ist der Unterschied zwischen teurem Equipment und richtigem Equipment – und den habe ich auf die harte Tour gelernt.

Was ich vorher hatte:

Mein erstes Shakehand-Setup als Rechtshänder war ein Stiga Allround Classic. Ein All-Holz, sieben Lagen, kein Carbon. Langsam, kontrollierbar, fehlerverzeihend. Für jemanden der von Null anfängt – mit dreißig Jahren Linkshänder-Reflexen im Körper – war das die richtige Wahl.

Ich habe damit begonnen Topspin zu entwickeln. Blockieren. Die Rückhand zu stabilisieren. Alles mit diesem langsamen, gutmütigen Holz.

Warum ich gewechselt habe:

Irgendwann merkt man, dass das Holz einen bremst. Nicht weil es schlecht ist – sondern weil man besser geworden ist. Der Ball kommt zurück, aber ohne Druck. Der Gegner hat Zeit. Man verliert Punkte nicht wegen Fehlern, sondern wegen fehlender Geschwindigkeit.

Das war mein Signal.

Warum das Nittaku Acoustic Carbon Outer G-Revision:

Drei Gründe.

Erstens: Outer Carbon. Das Carbon liegt außen – direkt unter der Deckschicht. Das gibt Direktheit und Geschwindigkeit, aber nicht das brutale Katapultgefühl eines Inner-Carbon. Man spürt den Ball noch. Man hat noch Kontrolle.

Zweitens: Acoustic. Nittaku verbaut im Kern ein spezielles Holz das Vibrationen dämpft. Das Feedback ist klarer. Man hört und spürt ob ein Ball gut getroffen ist oder nicht. Für jemanden der gerade umlernt ist das wertvoll.

Drittens: G-Revision Griff. Größer, ovaler. Ich bin 196 cm. Meine Hände sind entsprechend. Der Standard-Griff der meisten Hölzer ist zu klein – ich halte den Schläger anders, die Spannung ist falsch, die Schläge werden ungenau. Der G-Revision Griff passt.

Was ich nicht gemacht habe:

Die Beläge gleichzeitig gewechselt. Das ist der häufigste Fehler beim Equipment-Upgrade. Man wechselt Holz und Belag auf einmal und weiß danach nicht mehr was sich verändert hat. Ich habe meine Fastarc G-1 und Moristo SP behalten – nur das Holz ist neu. So weiß ich genau was das Carbon macht.

Was ich gelernt habe:

Teuer ist nicht richtig. Richtig ist das was zur aktuellen Technik passt. Das Nationalteam-Holz war für jemanden gemacht der seit zwanzig Jahren täglich trainiert. Nicht für jemanden der gerade mit rechts anfängt.

Wenn du dein Equipment upgradest: ein Schritt nach dem anderen. Und immer fragen – bin ich gut genug für dieses Material? Nicht: kann ich es mir leisten?

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